HEINRICH LANGHOFF
 



Schwarzbrot mit Salz

Heinrich Langhoff serviert seinen Pferden einen Leckerbissen

Die Pferdewelt von Heinrich Langhoff beginnt schon an der Haustür. Ein bronzener Vierbeiner begrüßt jeden Gast, der die Türklinke an der Schölerswiese 20 in die Hand nimmt.

Drinnen schmücken Aufnahmen aus den letzten 30 Jahren die Wände: "Waldfee", die erste Generation edler Westfalen auf der Hardt. "DERBY-L", der drei Mal beim Bundeschampionat ins Finale kam und bei der Dressurweltmeisterschaft in Arnheim den fünften Platz erreichte. "ROMANTIC-LIFEe", die in dritter Generation von Langhoff gezüchtet wurde. Die schöne Stute ist mit vier weiteren Tieren auf der Koppel hinter dem Haus zu sehen. Die Pferdewelt von Heinrich Langhoff hört nämlich an der Terrassentür noch lange nicht auf. Im Gegenteil, auf den angrenzenden Wiesen steht sein ganzer Stolz.

Ein Leben ohne seine Rosse könnte sich der 76-jährige Langboff nicht vorstellen. Dabei erfüllte er sich seinen Jugendtraum erst spät. Mit 42 Jahren sattelte er zum ersten Mal ein eigenes Tier. ,,Ich hatte ein einfaches Pferd ohne Abstammung. Den Schimmel habe ich ein halbes Jahr geritten", erinnert sich der Junggeselle. Die Pferdesportler in Dorsten staunten 1972 darüber, wie schnell der Mann im besten Alter das Reiten erlernt hatte. "Die wussten alle nicht, dass ich in Dorsten und Gladbeck gleichzeitig trainiert habe", lacht der Bewunderte noch heute. Auf den Schimmel folgte "WALDFEE", das erste Turnierpferd in Langhoffs Stall.

Fohlen ein "Kracher"

Heute sind fünf aufgeweckte Vierbeiner auf den Wiesen an der Schölerswiese zu Hause, die den Besuchern in die Fototasche blicken und den Schreibblock anknabbern. Schwupp-di-wupp geht auch die Kapuze eines Anoraks flöten, die auf die Aufmerksamkeit der Jüngsten im Bunde gestoßen ist. "Noch hat das von einem Oldenburger abstammende halbjährige Fohlen keinen Namen. Doch Langhoff ist sich sicher: "Das wird mal ein Kracher." Auslauf haben die Pferde auf 13 Morgen Land. "Das Kernstück gehört mir. Den Rest habe ich zu gepachtet", sagt der Hardter Pferdeflüsterer. . "Das nennt man Hobby", ergänzt er und zeigt rundum auf etwa 2.,5 km selbst gesetzte Zäune. Auch die Stallungen hat der Züchter zum großen Teil selbst gebaut.

Das Reiten hat der 76-jährige "freischaffende Rentner" hingegen mittlerweile aufgegeben. "Wenn man die Bandscheiben hört, sollte man damit aufhören", schmunzelt er. Selbst ist er in den leichteren A- und L-Dressurprüfungen angetreten.

Sein bestes aktuelles Turnierpferd, "DERBY-L", ist kurz vor Weihnachten in der höchsten S-Klasse beim Nürnberger Burgpokal in Frankfurt gestartet. Trainiert wird "DERBY-L" heute in Aachen. Gut ausgebildete Reiter freuen sich, wenn sie mit einem Pferd aus Dorstener Züchtung an so einem Wettbewerb teilnehmen können.

Auf der Hardt haben die Langhoffsehen Tiere derzeit Winterpause. Ein zotteliges Fell schützt sie vor Kälte und Regen. Jeden Morgen serviert ihnen Heinrich Langhoff eine Beimischung zum Grünfutter. Am heutigen Heiligen Abend dürfen sie sich auf ein besonderes Festmahl freuen.. Bei dem Gedanken an Schwarzbrot mit Salz läuft den vierbeinigen Feinschmeckern das Wasser im Maul zusammen .

(Bericht von: Siylvia Wiethoff, veröffentlicht in der Dorstener Zeitung Nr. 300)


  Züchter Heinrich Langhoff mit 2 seiner Pferde (Foto: Eggert)